Zeitquantität und Zeitqualität
- 26. Feb.
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Zeitquantität und Zeitqualität sind die zwei Seiten einer Medaillie welche ursprünglich zusammengehören und nicht voneinander getrennt betrachtet werden können.
Diese Trennung von zwei Seiten, diese immer tiefere Spaltung begegnet uns auf der ganzen Welt auf allen Ebenen und sie schreitet immer weiter voran, gerade in unserer Zeit. Es ist eine Art „Fallbewegung“. Aus der ursprünglichen Einheit in der alles inbegriffen war am Anfang entstand eine Spaltung, eine erste Teilung, es entstand die Zweiheit, die wir Polarität nennen. Zwei Teile die durch ihr Zusammenspiel eine Einheit ergeben. Doch damit war es nicht genug denn diese Polarität fiel im Bewusstsein des Menschen noch tiefer in eine Dualität. Während die Polarität zwei Teile beschreiben welche sich in einem ausgleichenden Verhältnis stehen, beschreibt die Dualität zwei unvereinbare Gegensätze, welche einander bekämpfen und sich ausschließen.
Das können wir überall sehen, die Gräben werden immer tiefer gezogen. Das ist für gewisse Kreise sehr dienlich, doch für das Bewusstsein des Menschen ist das eine Katastrophe. Es stürzt ihn immer tiefer in diesen Sog des Falls und führt ihn immer weiter fort von seinem ursprünglichen Sein. Doch ohne diese Verbindung verliert der Mensch immer mehr den Sinn, eingekerkert in eine ausschließlich materielle, zufällige Welt, gekettet an die Kausalität ist er unfähig seine Aufgabe zu erkennen welche aus seinem wahren Wesen entspringt.
Es gibt aber eine Verbindung wie auch in der Polarität, diese Verbindung ist das „sowohl, als auch“, nicht das „entweder, oder“ der Dualität. Daher ist es zu empfehlen für einen Menschen welcher an der Entwicklung Interesse zeigt die Verbindung zu suchen um beide Teile wieder ganz zu machen und zu vereinen. Das ist Heilung.
Ein Beispiel dieser Spaltung ist die Betrachtung der Zeit. Wir beschäftigen uns fast ausschließlich nur mit der Quantität der Zeit. Wie lange etwas dauert wie viel Zeit wir haben etc.. Doch fast nie mit der Qualität der Zeit. Wir kennen die Qualität der Zeit wohl noch wie sie in in den Jahreszeiten gespiegelt werden. Jeder zum Beispiel weiß, dass man im Winter keine Äpfel ernten kann (außer im künstlichen Gewächshaus, in der künstlichen Welt eines Labors). Denn es herrscht im Winter eine andere Zeitqualität als im Sommer.
Ansonsten spielt die Qualität der Zeit oberflächlich gar keine Rolle mehr, obwohl sie alles beherrscht, da ihr alles zu Grunde liegt. In unserer Zeit ist alles quantitativ genormt. Wann frei ist, wann man arbeiten muss und wie lange, sowohl der Tag als auch die Uhrzeit. Das ist der Preis, welcher zu zahlen ist wenn eine immer größere Menge von Menschen unter einem Hut verwaltet wird. Da gibt es immer weniger Platz für Individualität. Doch wir sind alle sehr individuell. Die Menschen sind sehr unterschiedlich, nicht jeder ist ein Morgenmensch nicht jeder eine Nachteule. Jeder Mensch ist auch eigenen, inneren Rhythmen unterworfen auf die aber keine Rücksicht genommen wird in der Masse, im Durchschnitt. Jeder kennt Tage an denen er sehr aktiv ist oder auch eher schlapp. Das ist aber nicht bei allen Menschen gleichzeitig der Fall. Jeder hat seinen individuellen Rhythmus. Wenn wir diesen aber nicht beachten kann das zu großen Schwierigkeiten führen, seelisch, geistig und letztendlich auch körperlich.
In früheren Zeiten wurde in den Akademien noch ganzheitlicher gelehrt. Zum Beispiel haben die zwei Studien der Astronomie und der Astrologie immer zusammen gehört. Man verstand diese als eine Einheit. Die Astronomie welche sich mit der Quantität der Zeit beschäftigte und die Astrologie welche sich mit der Qualität der Zeit und seinen Rhythmen beschäftigte. Wann zum Beispiel eine gute Zeit ist gewisse Aktivitäten zu starten, oder wann es Zeit ist sich zurück zu ziehen. Welche Qualitäten zeichnen einen Menschen aus, was hat er für Talente, was hat er für „Mängel“. Was muss er entwickeln, was hinter sich lassen.
Der Stand der Sterne ist in der Astrologie wie eine Uhr mit vielen Zeigern, welche der Kundige ablesen kann. Das astrologische Denken beruht auf Analogien, auf Entsprechungen, auf magischem, senkrechten Denken. Kein Planet hat eine Ausstrahlung welche beim Menschen oder der Natur etwas ihm entsprechendes auslöst. Nein, die Sterne spiegeln nur wieder, was hinter den Sternen steht. Die Archetypischen, ursprünglichen Kräfte der Schöpfung, welche sich immer wieder neu entfalten im kosmischen Spiel.
Thomas Drentwett
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay




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